Donnerstag, 5. Februar 2009

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Extremely Low Frequency
(Weitergeleitet von ELF-Wellen)
Extreme Low Frequency (kurz ELF) bezeichnet elektromagnetische Felder oder Wellen mit extrem niedrigen Frequenzen bis einigen hundert Hz. Nach einer anderen Einteilung wird hiermit der Frequenzbereich 3 Hz bis 300 Hz gemeint.
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Anwendung
2 Empfangsantennen
3 Empfänger
4 Störquellen
5 Wechselwirkungen mit dem menschlichen Organismus
6 Siehe auch
7 Referenzen
Anwendung [Bearbeiten]

Extremely_Low_Frequency (ELF)
deutscher Begriff:
Niederfrequenzbereich
Frequenzbereich:
Sub-ELF: 3 Hz bis 30 Hz
ELF: 30 Hz bis 300 Hz
Wellenlänge:
100.000 km bis 100 km
Im Besonderen werden ELF-Wellen für die U-Boot-Kommunikation (ca. 80 Hz) eingesetzt, da diese Wellen aufgrund ihrer niedrigen Frequenz eine sehr große Bodenwellenreichweite besitzen und in hohem Maße in das (elektrisch leitfähige) Meerwasser einzudringen vermögen. Der Grund hierfür liegt in der geringeren Abschirmwirkung elektrisch leitfähiger Stoffe für niederfrequente magnetische Felder. Allerdings sind mit derart niedrigen Frequenzen nur sehr geringe Datenübertragungsraten möglich. Diese soll in den 1970er Jahren beim Seafarer-System der US-Navy bei ca. 10 Bit pro Minute gelegen haben, was jedoch ausreicht, um zahlreiche in Form sehr kurzer Zeichengruppen kodierte Befehle zu übermitteln. Nachweislich existieren derzeit nur drei ELF-Sender: Die Sendeanlagen in Clam Lake[1], Wisconsin und Escabana River State Forest, Michigan für das amerikanische System Sanguine (Sendefrequenz: 76 Hz) sowie der Sender des russischen Systems ZEVS (Sendefrequenz: 82 Hz) in der Nähe von Murmansk.
Je geringer die Frequenz einer elektromagnetischen Welle ist, um so größer ist die zugehörige Wellenlänge λ [m], die sich aus Frequenz f [Hz] und der Ausbreitungsgeschwindigkeit c0 [m/s] errechnet. Während die Wellenlängen im Bereich der Funkfrequenzen von etwa einem Millimeter (Radar) bis einigen hundert Metern (Mittelwelle) reichen, liegen sie bei ELF-Wellen im Bereich von mehreren tausend Kilometern Länge.
Da Frequenzen unter 9 kHz, wie der Extreme-Low-Frequency-Bereich nicht unter die Richtlinien der ITU fallen, darf man in zahlreichen Ländern (allerdings nicht in Deutschland) im ELF-Bereich einen Sender ohne Lizenz betreiben, sofern er keine Oberwellen mit Frequenzen über 10 kHz erzeugt. Allerdings dürfte ein solcher Sender mit den für Amateure in der Praxis realisierbaren Antennen nur eine Reichweite von höchstens einigen Kilometern haben.
Es gibt auch natürlich vorkommende ELF-Wellen: Frequenzen von ca. 7 Hz … 8 Hz entstehen als sogenannte Schumann-Resonanz durch natürliche Sferics.
Die Frequenzen von üblichen Wechselstromnetzen und für die Eisenbahnstromversorgung liegen ebenfalls in diesem Frequenzbereich. Üblich sind hier 16,70 Hz (einige Eisenbahnnetze, Variation von 16 1/3 bis 17,0 Hz), 50 Hz und 60 Hz.

Um große Reichweite zu erzielen, soll die Länge der Sendeantenne ein Vielfaches von λ/4 (ein Viertel der Wellenlänge) betragen. Bei ELF-Wellen entspricht das einigen Hundert Kilometern Drahtlänge. Solche Sendeantennen können in der Praxis nur äußerst schwer (zum Beispiel in Form einer mehreren hundert Kilometer langen Alexanderson-Antenne) realisiert werden. Deshalb wird in diesen Frequenzbereich mit dem Bodendipol gesendet. Zum Empfang wird - wie für den Empfang von Längstwellen, Langwellen und Mittelwellen auch - meist eine induktive Antenne, in Form einer Ferritantenne oder Rahmenantenne benutzt.
Empfangsantennen [Bearbeiten]

Ähnlich zu den Sendeantennen, häufig auch SQUIDs.
Empfänger [Bearbeiten]

Zum Empfang von Extreme Low Frequency wird neben speziell für diesen Frequenzbereich ausgelegten Radioempfängern zunehmend der PC mit integrierter Soundkarte eingesetzt. Signale, die über die Soundkarte mit einer Spule, die für Extreme Low Frequency über mehrere zehntausend Windungen verfügen sollte, oder einen Bodendipol empfangen werden, werden durch eine Software zur FFT-Analyse (Schnelle Fourier-Transformation) analysiert und in Form von Spektrogrammen dargestellt.
Störquellen [Bearbeiten]

Die Störquellendichte nimmt zu niedrigen Frequenzen deutlich zu. Zum einen bedeutet die große Reichweite, dass auch Störquellen weit entfernt liegen können, um den Empfang beeinträchtigen zu können. Zum anderen liegen diese Frequenzen in der Nähe von Gleichfeldern, deren Schwankungen Seitenbänder im ELF-Bereich erzeugen.
Stromversorgung 16...17 Hz, 50 Hz, 60 Hz
Schumann-Resonanz 7 bis 8 Hz
Schwankungen des Erdmagnetfeldes
Sonnenwinde
Atmosphärische Störungen
Wechselwirkungen mit dem menschlichen Organismus [Bearbeiten]

Das Frequenzspektrum menschlicher Gehirnströme, sichtbar gemacht im EEG, liegt ebenfalls im Bereich von 0 bis 50 Hz. Prinzipiell sind Wechselwirkungen zwischen starken elektromagnetischen Feldern und EEG-Mustern bei einigen an der Universität Gießen durchgeführten Experimenten nachgewiesen worden. Dabei trat Dämpfung [2], Aktivitätssteigerung [3] [4] auf, oder es war kein Effekt auf das EEG feststellbar. Die EEG-Veränderungen waren bei diesen Experimenten stets symptomlos [5] [6].
Vergleich Frequenzband ELF zur Frequenz des
menschlichen Gehirns in Relation zum Bewusstseinszustand:
(gemessen mit EEG)
Delta Theta Alpha Beta Gamma
Tiefschlaf
und Koma Traumschlaf, Hypnose
und Trance entspannter Wachzustand
und Meditation normaler
Wachzustand motorische und
kognitive Prozesse
0,4 … 3,5 Hz 4 … 7 Hz 8 … 13 Hz 12 … 30 Hz 25 … 100 Hz
Sub-ELF ELF
Siehe auch [Bearbeiten]

U-Boot Kommunikation
Elektromagnetisches Spektrum
Schumann-Resonanz
Referenzen [Bearbeiten]

↑ "Extremely Low Frequency Transmitter Site Clam Lake, Wisconsin", United States Navy
↑ Schienle A, Stark R, Kulzer R, Klöpper R, Vaitl D, Int J Psychophysiol. Feb-März 1996;21(2-3):Seiten 177-188
↑ Schienle A, Stark R, Walter B, Vaitl D, Kulzer R., Effects of low-frequency magnetic fields on electrocortical activity in humans: a sferics simulation study , Int J Neurosci. Juni 1997;90(1-2):Seiten 21-36.
↑ Schienle A, Stark R, Vaitl D., Electrocortical responses of headache patients to the simulation of 10 kHz sferics., Int J Neurosci. April 1999;97(3-4):211-24
↑ Schienle A, Stark R, Vaitl D., Electrocortical responses of headache patients to the simulation of 10 kHz sferics., Int J Neurosci. April 1999;97(3-4):211-24
↑ Schienle A, Stark R, Vaitl D , Sferics provoke changes in EEG power., Int J Neurosci. März 2001;107(1-2):Seite 87-102